Billardspieler -- Intro
Die Geschichte des Billardsports
Die Herkunft des Billardspiels ist eigentlich völlig unbekannt. Die geschichtliche Erforschung wird auch dadurch erschwert, dass der Begriff "Billard" früher für ganz andere Spiele verwendet wurde, z.b. für Shuffleboard, sowie auf das unter Verwendung von Reifen im freien gespielte "Pall-Mall", wahrscheinlich dem Ursprung des Krocketspiels. Erst im 16. und 17. Jahrhundert finden sich aufschlussreichere Informationen über Spielarten, die dem heutigen Billard verwandt sind. Aus dieser Zeit sind zahlreiche Drucke und Stiche erhalten, auf denen Billardszenen festgehalten worden sind. Außerdem gibt es verschiedene Literarische Quellen (u.a. Shakespeare), die uns vom Billard erzählen. Auf diesen Abbildungen sind verschiedene Gegenstände auf den Billards zu sehen, z.B. Reifen, Kegel usw., außerdem waren alle mit Taschen versehen. In der französischen Version wurde zuerst mit 2 Kugeln später - ab ca. 1775 - mit 3 Kugeln gespielt. Groß in mode kam das Spiel zur Zeit Ludwigs XIV., dem von seinem Leibarzt die Bewegung am Billard verordnet worden war. Die Lieblingsmitspieler des Königs waren der Herzog von Villerdi und Minister Michel de Chamillard.

Um 1800 hatten Billards, also die englischen Tische mit Taschen, ein außenmaß von 12 Fuß, die Banden, Englisch Cushions (=kissen) genannt, bestanden aus aufeinander geschichteten Stoff- oder Filzstreifen. Die Billardstöcke waren am Ende abgeflacht, vermutlich um den Spielball auf der Tischplatte schieben zu können.

Im ersten drittel des letzten Jahrhunderts wurde das Spielmaterial durch einige Erfindungen wesentlich verbessert.

Im Jahre 1827 wurde das Stoßende des Billardstocks, das mittlerweile eine zugespitzt laufende runde Form erhalten hatte und mit einer Horn- oder Elfenbeinverstärkung versehen war, von dem Franzosen Mengaud mit einem lederplättchen beklebt. dadurch wurde das gesamte Spiel revolutioniert, da jetzt auch Effetspiel möglich geworden war. Die Banden wurden im Jahre 1835 durch den englischen Billardfabrikanten Thurston mit Gummieinlagen versehen, die später zur besseren Haltbarkeit vulkanisiert wurden. Bei der Weiterentwicklung des Billardtisches war auch der Schweizer John Brunswick, der in die USA auswanderte und 1845 mit der Produktion von Billardtischen begann, maßgeblich beteiligt. 1868 entwickelte der Chemiker John Wesley Hyatt ein Material, daß aus einer Mischung von Nitro-Cellulose, Kampfer und Alkohol bestand und die bis dahin ausschließlich gespielten Elfenbeinkugeln ablösten.

Im laufe der jahre kristallisierten sich in den verschiedenen ländern diverse billardarten heraus. in frankreich favorisierte man das taschenlose spiel, daher auch die bezeichnung französisches billard. In den USA wurde allerdings die englische spielart mit 15 bällen tonangebend. 1875 entwickelten englische, in indien stationierte, soldaten das snookerspiel. 1873 fanden in new york die ersten weltmeisterschaften statt, die in einem forderungsmodus ähnlich dem boxen ausgetragen wurden. der franzose albert garnier gewann in einem stichkampf gegen joseph dion und maurice daly. ab 1907 wurden die weltmeisterschaften in der disziplin 14/1endlos ausgetragen, das bis in die siebziger jahre das dominierende poolspiel geblieben ist. In der ersten jahrhunderthälfte wurde praktisch in ganz amerika 14/1endlos gespielt, was sich auch in dem legendären poolfilm "haie der großstadt" von 1961 zeigt. abgelöst wurde 14/1endlos von 9-ball, das in den siebzigern zur turnierdisziplin nummer eins geworden ist und seither das populärste poolspiel geblieben ist.

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