Billardregeln -- Allgemeine Pocket Billard Regeln
Diese allgemeinen
Regeln beziehen sich auf alle >Pocket Billiard Spiele, ausser es
ist in den speziellen Spielregeln von einzelnen Spielarten anders
vermerkt.
1. Tisch, Kugeln, Ausrüstung.
Alle in dieser Regel beschriebenen Spiele sind für Tische, Kugeln
und Ausrüstung geschaffen, die den Standard der WPA Equipment
Specifications erreichen.
2. Aufbau der Kugeln.
Beim Aufbau der Kugeln muss ein Dreieck
benutzt werden. Die vorderste Kugel muss genau auf dem Fusspunkt
liegen. Alle anderen Kugeln müssen hinter der vordersten
Kugel aufgereiht und so aneinander gelegt werden, dass sie sich
berühren.
von
www.poolspieler.de:
Es wird ein Standard-Dreieck
aufgebaut, bei dem die vorderste Kugel auf dem Fußpunkt liegt, die "1" an der
rechten und die "5" an der linken Ecke des aufbauenden Spielers. Die anderen
Kugeln können beliebig aufgebaut werden und müssen ihre Nachbarkugeln berühren.
3. Das Stossen der Weissen.
Um einen Stoss korrekt auszuführen
ist es notwendig, dass die Weisse nur mit der Pommeranze Kontakt
hat. Sollte diese Bedingung nicht erfüllt werden, so ist
das ein Foul.
4. Nichtversenken einer Kugel.
Gelingt es einem Spieler nicht, mit einem korrekten Stoss eine Kugel zu versenken, so ist seine
Aufnahme vorbei und der Gegner ist am Tisch.
5. Das Ausstossen.
Das folgende Verfahren wird benutzt, um zu bestimmen, welcher Spieler das Recht des ersten Anstosses erhält.
Beide Spieler sollten Kugeln von gleicher Grösse und Gewicht
verwenden (vorzugsweise zwei Weisse, ansonsten volle Farbige).
Mit freier Lageverbesserung im Kopffeld spielen beide Spieler
ihre Kugel an die Fussbande und zurück an das Kopfende des
Tischs, der eine links vom Kopfpunkt, der andere rechts davon.
Der Spieler, dessen Kugel am nächsten an der innersten Kante
der Kopfbande zum Liegen kommt, gewinnt das Ausstossen. Die gespielte
Kugel muss die Fussbande mindestens einmal berühren. Andere
Bandenberührungen sind unwesentlich, ausgenommen der unten
genannten.
Das
Ausspielen ist automatisch verloren, wenn (1) die Kugel in die
Spielhälfte des Gegners läuft; (2) die Kugel die Fussbande
nicht berührt; (3) die Kugel versenkt wird; (4) die Kugel
vom Tisch springt; (5) die Kugel eine der Längsbanden berührt;
(6) die Kugel so in einer Ecktasche liegen bleibt, dass sie hinter
der Nase der Kopfbande zum Liegen kommt oder (7) die Kugel die
Fussbande mehr als einmal berührt. Falls beide Spieler solch
einen Fehler begehen, oder wenn der Schiedsrichter nicht genau
bestimmen kann, welche Kugel näher an der Bande liegt, so
gilt das Ausstossen als unentschieden und muss wiederholt werden.
6. Eröffnungsstoss.
Der Eröffnungsstoss wird entweder
durch Ausstossen oder Auslosen bestimmt. (Das Ausstossverfahren
ist erforderlich für Turniere und andere offizielle Wettbewerbe).
Der
Spieler, der das Ausstossen oder das Auslosen gewinnt, hat die
Wahl, den Eröffnungsstoss selbst auszuführen oder seinen
Gegner dies tun zu lassen.
7. Die Weisse beim Eröffnungsstoss.
Der Eröffnungsstoss
wird durchgeführt mit Lageverbesserung im Kopffeld. Die farbigen
Kugeln sind entsprechend der zu spielenden Spielart aufgebaut.
Das Spiel wird als eröffnet angesehen, sobald die Weisse
mit der Pommeranze gestossen wurde und über die Kopflinie
hinaus gelaufen ist.
8. Ablenkung der Weissen beim Eröffnungsstoss.
Jede Ablenkung
oder jedes Aufhalten der Weissen beim Anstoss wird als Foul gewertet,
wenn es nach dem Verlassen des Kopffeldes und vor dem Treffen
der Farbigen geschieht. Der Gegner kann Lageverbesserung aus dem
Kopffeld spielen oder den anderen Spieler dies tun lassen. Es
muss eine Warnung geben, dass ein zweiter solcher Vorfall wahrend
der Partie den Verlust der Partie bedeutet.
9. Freie Lageverbesserung im Kopffeld.
Diese Situation tritt
bei bestimmten Spielarten auf, bei welchen es mit Lageverbesserung
im Kopffeld für den Gegner bestraft wird, wenn der Spieler
die Weisse in eine Tasche laufen lässt. Der aufnahmeberechtigte
Spieler kann dann die Weisse irgendwo im Kopffeld frei plazieren.
Er kann auf jede beliebige farbige Kugel spielen, solange diese
mit ihrem Mittelpunkt auf der Kopflinie oder darüber hinaus
im Spielfeld liegt. Er darf keine Kugel anspielen, deren Mittelpunkt
sich im Kopffeld befindet, es sei denn, dass er zuerst die Weisse
aus dem Kopffeld heraus spielt und diese dann aufgrund des Kontakts
mit einer Bande wieder in das Kopffeld läuft und die sich
dort befindliche farbige Kugel trifft Der Mittelpunkt einer Kugel
(der Punkt, der die Spielfläche berührt) bestimmt, ob
eine Kugel im oder ausserhalb des Kopffeldes liegt. Falls der
aufnahmeberechtigte Spieler die Weisse ungewollt ausserhalb des
Kopffelds plaziert, so muss sein Gegner oder der Schiedsrichter
ihn darüber vor dem Stoss informieren. Wenn der Gegner den
Spieler vor dem Stoss nicht informiert, so gilt der Stoss als
korrekt. Wird der Spieler jedoch informiert über das unkorrekte
Einsetzen der Weissen, so muss er deren Lage korrigieren. Falls
ein Spieler die Weisse ganz und offensichtlich ausserhalb des
Kopffeldes plaziert und dann stösst, so gilt dies als Foul,
egal ob der Gegner oder der Schiedsrichter dies sagt.
Wenn
ein Spieler freie Lageverbesserung im Kopffeld hat, so ist die
Weisse erst dann wieder im Spiel, wenn der Spieler die Weisse
mit der Pommeranze aus dem Kopffeld herausspielt. Die Weisse darf
mit Hilfe der Hand, des Queues, etc. verlegt werden.
Sobald die Weisse jedoch einmal gemäss oben genannter Definition
im Spiel ist, darf der Spieler sie nicht mehr anderweitig beeinflussen.
Tut er dies doch, so begeht er ein Foul.
10. Versenkte Kugeln.
Eine Kugel wird als versenkt angesehen,
wenn sie als Resultat eines korrekten Stosses von der Spielfläche
in eine Tasche fällt und dort verbleibt. (Eine Kugel, die
aus einem Kugelrücklaufsystem eines Tischs fällt, ist
als versenkt anzusehen). Eine Kugel, die aus einer Tasche auf
den Tisch zurückspringt, ist nicht als versenkt anzusehen.
11. Position einer Kugel.
Die Position einer Kugel wird danach
bestimmt, wo ihr Mittelpunkt sich befindet.
12. Fuss auf dem Boden.
Es ist ein Foul, wenn ein Spieler einen
Stoss spielt und nicht mindestens einen Fuss zu der Zeit auf dem
Boden hat. Die Fussbekleidung muss normal sein in Bezug auf Grösse,
Form und Art der Kleidung.
13. Stossen, während sich noch eine Kugel bewegt.
Es ist
ein Foul, wenn ein Spieler stösst, während sich noch
eine farbige Kugel oder die Weisse bewegt (eine sich drehende
Kugel ist in Bewegung).
14. Beendigung des Stosses.
Ein Stoss gilt nicht als beendet (und
wird deswegen noch nicht gezählt), bevor nicht alle Kugeln
zur Ruhe gekommen sind (eine sich drehende Kugel ist in Bewegung).
15. Definition der Kopflinie.
Das Kopffeld beinhaltet nicht die
Kopflinie. Daher ist eine Kugel spielbar, wenn sie sich mit ihrem
Mittelpunkt auf der Kopflinie befindet und die spezielle Spielregel
es verlangt, dass nur Kugeln gespielt werden dürfen, die
ausserhalb des Kopffeldes liegen. Ebenso muss die Weisse, wenn
sie im Kopffeld frei verlegt werden darf, hinter der Kopflinie
liegen; sie darf nicht direkt auf ihr liegen.
16. Generelle Regel, alle Fouls.
Sowohl die Bestrafungen für
Fouls von Spielart zu Spielart variieren, gilt folgende Regel
für alle Fouls: (1) die Aufnahme des Spielers ist beendet;
(2) bei einem vorherigen Stoss zählen alle mit Foul versenkten
Kugeln nicht zur Wertung für den Spieler und der Stoss ist
ungültig; (3) sämtliche mit Foul versenkte Kugeln werden
nur dann wieder aufgebaut, wenn die speziellen Spielregeln dies
verlangen.
17. Kein Kontakt mit einer Farbigen.
Es ist ein Foul, wenn die
Weisse keine korrekte farbige Kugel als erste berührt. Das
Wegspielen von einer Kugel ist nicht als Treffen derselben anzusehen.
18. Korrekter Stoss.
Ein Spieler muss die Weisse gegen eine korrekte
farbige Kugel spielen und infolge dessen muss dann (1) eine farbige
Kugel versenkt werden oder (2) die Weisse oder eine farbige Kugel
gegen eine Bande laufen, es sei denn, eine spezielle Spielregel
bestimmt dieses anders. Werden diese Bedingungen nicht erfüllt.
so ist dies ein Foul.
19. Versenken der Weissen.
Es ist ein Foul, wenn die Weisse infolge
eines Stosses in eine Tasche gespielt wird. Wenn die Weisse eine
bereits versenkte Kugel berührt (z.B. wenn eine Tasche voll
ist), so ist das ein Foul.
20. Fouls durch das Berühren von Kugeln.
Es ist ein Foul,
die sich im Spiel befindliche Weisse oder farbige Kugeln mit irgend
etwas anderem (Körper, Kleidung, Kreide, Queuehilfe, Queuespitze,
etc.) zu stossen, berühren oder zu bewegen ausser mit der
sich an der Queuespitze befestigten Pommeranze, die die Weisse
bei der Ausführung eines korrekten Stosses berühren
darf.
Immer,
wenn ein Schiedsrichter eine Partie überwacht, muss jede
bewegte farbige Kugel in ihrer neuen Position verbleiben und der
Gegner hat nicht das Recht, diese wieder zurücklegen zu lassen.
21. Foul während der Lageverbesserung.
Das Berühren
einer farbigen Kugel während der Lageverbesserung ist ein
Foul.
22. Fouls durch Durchstossen.
Wenn die Weisse die betreffende
farbige Kugel vor der Ausführung des Stosses berührt,
so kann der Spieler in Richtung der Farbigen stossen, vorausgesetzt,
dass er mit seinem Queue stösst und nicht schiebt. Wenn das
Queue die Weisse mehr als einmal während eines Stosses berührt,
oder wenn das Queue noch Kontakt mit der Wessen hat, während
oder nachdem die Farbige getroffen wurde, so ist dies ein Foul
(Siehe Regel 2.20, um diese Art Stoss zu beurteilen). Falls eine
dritte Kugel in der Nähe ist, so sollte vorsichtig vorgegangen
werden, um kein Foul gemäss des ersten Teils dieser Regel
mit dieser Kugel zu begehen.
23. Druckstoss Fouls.
Es ist ein Foul, wenn die Weisse mit der
Pommeranze geschoben wird und länger Kontakt mit ihr hat
als ein entsprechender Stoss. (Diese Stösse werden üblicherweise
Druckstösse genannt).
24. Fouls In der Verantwortlichkeit des Spielers.
Der Spieler ist verantwortlich für Kreide, Queuehilfen, Queueschleifer
und jegliche andere Gegenstände oder Ausrüstung, die
er mitbringt, benutzt oder am Tisch verwendet. Lässt er ein
Stück Kreide fallen, oder bricht ihm der Kopf des Hilfsqueues
ab z.B., so begeht er ein Foul, wenn solch ein Gegenstand irgendeine
sich im Spiel befindliche Kugel (oder, wenn ohne Schiedsrichter
gespielt wird, nur die Weisse) berührt.
25. Unkorrektes Anstossen von Kugeln.
Es ist ein Foul, wenn ein
Spieler die Weisse absichtlich unterhalb der Mitte trifft mit
dem Ziel, sie springen zu lassen, um eine versperrte Kugel zu
spielen. Diese Situation kann versehentlich auftreten; sie ist
dann nicht als Foul zu werten. Es ist immer ein Foul, wenn z.B.
das Ferrule oder die Spitze die Weisse während eines solchen
Stosses berührt.
26. Jump Shots.
Es ist erlaubt, die Weisse durch Anstossen des
Queues so zu stossen, dass sie von der Spielfläche abhebt
und springt, es sei denn, dies ist in speziellen Spielregeln ausdrücklich
untersagt. Jegliches Abrutschen während eines solchen "Jump-shots"
ist als Foul zu werten.
27. Kugeln, die vom Tisch springen.
Kugeln, die nach dem Stoss
anderswo als auf der Spielfläche zur Ruhe kommen (z.B. auf
der Bande, auf der Tischkante, auf dem Boden, etc.), werden als
vom Tisch gesprungene Kugeln angesehen. Kugeln können auf
den Tisch oder die Banden springen und werden nicht als vom Tisch
gesprungene Kugeln angesehen, wenn sie aus eigener Kraft auf die
Spielfläche zurückkehren und nichts dabei berührt
haben, was nicht zum Tisch gehört. Der Tisch besteht aus
den Teilen, die fest mit ihm verbunden sind. (Kugeln, die etwas
berühren, das nicht zum Tisch gehört, z.B. Lampen, Kreide
auf der Tischkante und den Banden, etc., werden auch dann als
vom Tisch gesprungene Kugeln gewertet, wenn sie aus eigener Kraft
nach Kontakt mit diesen Dingen auf die Spielfläche zurückkehren.)
In allen Pocket Billiard Spielarten ist es ein Foul, wenn der
Stoss zur Folge hat, dass die Weisse oder eine farbige Kugel vom
Tisch springt. Alle vom Tisch gesprungenen farbigen Kugeln werden
wieder aufgebaut (ausser im 9-Ball), nachdem alle anderen Kugeln
aufgehört haben, sich zu bewegen. Für das Wiedereinsetzen
der Weissen siehe die speziellen Spielregeln der Spielarten.
28. Besondere Strafe für absichtliche Fouls.
Die sich im
Spiel befindliche Weisse darf mit nichts anderem (z.B. Ferrule,
Spitze, etc.) als der am Queue befestigten Pommeranze bewegt werden.
Während ein solcher Kontakt automatisch gemäss Regel
3.19 als Foul zu werten ist, kann der Schiedsrichter, wenn er
glaubt, dass die Berührung absichtlich erfolgt ist, den Spieler
einmal pro Partie warnen, dass eine zweite solche Berührung
zum Spielverlust führt.
Tritt
eine zweite dieser absichtlichen Berührungen auf, so ist
die Partie beendet.
29. Eine Foul Grenze.
Ein Spieler kann pro Aufnahme nur ein Foul
begehen, es sein denn, dass spezielle Spielregeln dies anders
vorschreiben. Falls verschiedene Strafen angewandt werden können,
so bestimmt die schwerste der angedrohten Strafen, welches Foul
gewertet wird.
30. Kugeln, die sich plötzlich bewegen.
Wenn sich eine Kugel
auf der Stelle bewegt, dreht oder auf sonst eine Art und Weise
"selbst bewegt", so bleibt die Kugel in der Position,
die sie einnimmt und das Spiel geht weiter. Eine nah am Loch liegende
Kugel, die "von allein" in das Loch fällt, nachdem
sie für 5 Sekunden oder länger ruhig lag, wird so nah
wie möglich wieder an ihre ursprüngliche Position gelegt,
und das Spiel geht weiter. Falls eine farbige Kugel "von
allein" in ein Loch fällt während ein Spieler auf
sie spielt, so dass die Weisse über den Punkt, auf dem die
Farbige lag, hinausläuft und sie nicht treffen kann, so werden
beide Kugeln, Farbige und Weisse, wieder in ihre Positionen gelegt,
die sie vor dem Stoss hatten und der Spieler muss den Stoss neu
ausführen. Jegliche anderen farbigen Kugeln, die im Zusammenhang
mit diesem Stoss bewegt wurden, müssen wieder in ihre ursprünglichen
Positionen gelegt werden, bevor der Stoss neu ausgeführt
wird.
31. Wiedereinsetzen der Kugeln.
Falls spezielle Spielregeln das
Wiedereinsetzen von Kugeln verlangen, so werden diese nach Beendigung
des Stosses auf der Längslinie aufgesetzt. Eine einzelne
Kugel wird auf den Fusspunkt gesetzt; falls mehrere Kugeln wiedereingesetzt
werden müssen, so werden diese auf der Längslinie in
aufsteigender numerischer Reihenfolge aufgebaut; die erste Kugel
kommt auf den Fusspunkt und die anderen dahinter in Richtung Fussbande.
Falls Kugeln auf oder nahe des Fusspunkts
oder der Längslinie das Aufbauen behindern, so werden diese
Kugeln auf der Längslinie so nah wie möglich am Fusspunkt
aufgebaut, ohne die sich bereits dort befindlichen Kugeln zu bewegen.
Wiedereingesetzte Kugeln müssen so nah wie möglich oder press (nach Ermessen des Schiedsrichters)
an dort bereits liegende Kugeln gesetzt werden, ausgenommen die
Weisse stört den Aufbau. Kugeln, die an der Weissen wiedereingesetzt
werden müssen so nah wie möglich, dürfen aber nicht
press liegen.
Sollte
für wiedereinzusetzende Kugeln nicht genügend Platz
sein auf der Längslinie zwischen dem Fusspunkt und der Fussbande,
so werden diese Kugeln auf der gedachten "Verlängerung"
der Längslinie (zwischen Fusspunkt und Mittelpunkt) so nah
wie möglich am Fusspunkt wiedereingesetzt. Dabei wird die
gleiche numerische Reihenfolge eingehalten wie beim Wiedereinsetzen
hinter dem Fusspunkt (Kugel mit der niedrigsten Zahl am nächsten
zur Tischmitte).
32. Eingeklemmte Kugeln.
Falls zwei oder mehr Kugeln in der Tasche
auf eine Art und Weise eingeklemmt sind, dass eine oder mehrere
in der Luft hängen, so soll der Schiedsrichter die Position
der Kugeln prüfen und wie folgt verfahren: Die Kugeln sollen
direkt von oben angeschaut werden. Jede Kugel, die seiner Meinung
nach auf geradem Weg nach unten in das Loch fallen würde,
ist als gefallen anzusehen. Jede Kugel, die seiner Meinung nach
auf die Tischplatte fallen wurde, ist als nicht gefallen anzusehen.
Die Kugeln werden dann gemäss der Einschätzung des Schiedsrichters
aufgebaut und das Spiel wird gemäss der speziellen Spielregel
fortgeführt, als ob die Situation der eingeklemmten Kugeln
gar nicht aufgetreten wäre.
33. Zusätzlich versenkte Kugeln.
Wenn ein Spieler einen korrekten,
zur Wertung zählenden Stoss durchführt, durch den eine
oder mehrere Farbige zusätzlich zu der angesagten, beabsichtigten
oder berechtigten Kugel oder Kugeln fallen, so werden diese zusätzlichen
Kugeln nach den Regeln des jeweiligen Spiels gezählt.
34. Störung von ausserhalb.
alls Kugeln während des
Spiels bewegt werden (oder ein Spieler so angerempelt wird, dass
dies das Spiel direkt beeinflusst) von einem unbeteiligten Dritten,
so werden die Kugeln direkt nach der Störung so nah wie möglich
an ihre ursprüngliche Position gelegt und das Spiel wird
fortgeführt, ohne dass der Spieler eine Strafe erhält.
Wird das Spiel geleitet, so setzt der Schiedsrichter die Kugeln wieder
ein. Diese Regelung bezieht sich auch auf Störung durch "höhere
Gewalt", wie z.B. Erdbeben, Hurricane, Herunterfallen der
Tischlampe, Stromausfall, etc. Wenn die Kugeln nicht in ihre ursprüngliche
Lage zurückgelegt werden können, so wird das Spiel neu
begonnen, indem der Spieler neu anstösst, der auch ursprünglich
angestossen hat.
Diese Regel bezieht sich nicht auf 14/1-endlos, wo das Spiel aus aufeinanderfolgenden
Brettern besteht: das derzeitige Brett wird abgebrochen und ein
komplettes neues Dreieck wird aufgebaut, und die Anforderungen
des Eröffnungsstosses müssen erfüllt werden (Die
Spieler stossen neu aus). Die Punktewertung wird mit dem Ergebnis
weitergeführt, wo es zur Zeit der Störung war.
35. Anstossrecht nacheinanderfolgender Spiele.
In einer Partie, bei der sogenannte "schnelle Spiele" (z.B. 9-Ball, 8-Ball,
etc.) gespielt werden, beginnt der Sieger eines Spiels das Nächste.
Folgende Alternativmöglichkeiten können jedoch vor einem
Turnier von den Turnieroffiziellen bekanntgegeben werden: (1)
Die Spieler eröffnen abwechselnd. (2) Der Verlierer beginnt.
(3) Der nach Punkten führende Spieler beginnt.
36. Spiel in Aufnahmen.
Während eines Spiels wechseln sich
die Spieler mit ihren Aufnahmen am Tisch ab. Eine Aufnahme ist
beendet, wenn es einem Spieler entweder nicht gelingt, korrekt
eine Kugel zu versenken oder wenn er ein Foul begeht. Wenn eine
Aufnahme ohne Foul beendet wird, so muss der dann aufnahmeberechtigte
Spieler die Position der Kugeln so akzeptieren, wie er sie vorfindet.
37. Farbige press an der Bande oder an der Weissen.
Diese Regel bezieht sich auf jeden Stoss, bei dem der erste Kontakt der Weissen
mit einer Farbigen ist, die press an einer Bande oder an der Weissen
selbst liegt. Nachdem die Weisse die press liegende Farbige berührt,
muss entweder (1) eine Kugel versenkt werden, (2) die Weisse eine
Bande anlaufen ,(3) die Farbige eine Bande anlaufen (und nicht
nur von der Bande abprallen, an der sie liegt) oder (4) eine andere
Farbige eine Bande anlaufen, an der sie nicht schon press gelegen
hat.
Nichterfüllen von zumindest einer dieser vier Bedingungen ist ein Foul.
Eine Farbige wird solange nicht als press an der Bande liegend angesehen,
bis sie vor dem Stoss untersucht und angekündigt wird, entweder
vom Schiedsrichter oder von einem der Spieler.
38. Spielen aus dem Kopffeld.
Wenn ein Spieler Lageverbesserung
aus dem Kopffeld spielt, so muss er die Weisse erst aus dem Kopffeld
herausspielen, bevor sie entweder eine Bande oder eine farbige
Kugel berührt. Erfüllt der Spieler diese Bedingungen
nicht, so begeht er ein Foul, falls das Spiel von einem Schiedsrichter
geleitet wird. Wenn ohne Schiedsrichter gespielt wird, kann der
Gegner entweder ein Foul gelten lassen oder den Spieler den Stoss
in der ursprünglichen Form wiederholen lassen (wobei dann
kein Foul gewertet wird).
Ausnahme:
Wenn eine Farbige auf der Kopflinie oder ausserhalb des Kopffeldes
liegt (und somit spielbar ist), sie aber so nah an der Kopflinie
liegt, dass die Weisse sie berührt, bevor sie das Kopffeld
verlassen hat. Dieser Stoss ist korrekt.
Wenn bei Lageverbesserung im Kopffeld, während der Spieler einen
erlaubten Stoss versucht, die Weisse aus Versehen eine Kugel im
Kopffeld direkt trifft und sie (die Weisse) dann aus dem Kopffeld
herausläuft, so ist dies ein Foul. Wenn der Spieler bei der
Lageverbesserung im Kopffeld aus Versehen eine farbige Kugel anspielt,
so hat der Gegner die Wahl: entweder lässt er ein Foul gelten
und hat freie Lageverbesserung oder er lässt den Spieler
den Stoss in der ursprünglichen Form wiederholen.
Falls ein Spieler unter den gleichen Bedingungen absichtlich Kugeln
im Kopffeld bewegt, so handelt es sich um unsportliches Verhalten.
39. Foul mit der Weissen.
Während der Lageverbesserung mit
der Weissen kann der Spieler seine Hand oder jeden beliebigen
Teil des Queues (inklusive der Pommeranze) benutzen, um die Weisse
zu positionieren. Sobald die Weisse in Position liegt, ist jede
Stossbewegung, bei der die Weisse berührt wird, ein Foul,
wenn der Stoss nicht korrekt ist.
40. Störung.
Wenn der sich nicht am Tisch befindliche Spieler
den Gegner in seinem Spiel ablenkt oder stört, so ist das
ein Foul. Wenn ein Spieler stösst oder irgendwelche Kugeln
bewegt, obwohl er nicht an der Aufnahme ist, so wird dies als
Störung gewertet.
41. Hilfsmittel.
Es ist den Spielern untersagt, eine Kugel, das
Dreieck oder irgendein anderes Messinstrument zu benutzen, um
nachzumessen, ob die Weisse oder eine Farbige durch einen Zwischenraum
etc. durchpasst. Nur das Queue darf zur Messung benutzt werden,
solange der Spieler es in der Hand behält. Andernfalls begeht
er ein Foul und macht sich des unsportlichen Verhaltens schuldig.
42. Unkorrektes Markieren.
Wenn ein Spieler absichtlich den Tisch
irgendwie markiert, um die Ausführung eines Stosses zu unterstützen,
sei es durch Anfeuchten des Tuchs, durch Plazieren der Kreide auf
der Bande oder sonstwie, so gilt dies als Foul. Bewegt der Spieler
die Markierung vor dem Stoss weg, so gibt es keine Strafe.